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Korrosionsschutz
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Als Korrosionsschutz werden MaĂnahmen zur Vermeidung von Schäden bezeichnet, die durch Korrosion an metallischen Bauteilen hervorgerufen werden kĂśnnen. Da eine absolute Korrosionsbeständigkeit nicht erreicht werden kann, zielen die ergriffenen SchutzmaĂnahmen im Allgemeinen darauf, die Geschwindigkeit des korrosiven Angriffs so weit zu verringern, dass eine Schädigung des Bauteils während seiner Lebensdauer vermieden werden kann.
Contents
⢠Allgemeines
⢠Mit Fremdstrom
⢠Ohne Fremdstrom
⢠Beispiel
⢠Siehe auch
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Allgemeines
Der Begriff Korrosion wird nicht mehr nur fßr metallische Werkstoffe, sondern auch fßr Glas, Kunststoffe, Baustoffe angewandt. Das angreifende Medium wird als korrosives Mittel bezeichnet. Kommt es durch einen Korrosionsangriff zu einer Beeinträchtigung der Funktionalität eines Bauteils, so ist dies ein Korrosionsschaden.
Es lassen sich u. a. folgende Korrosionsarten unterschieden:
⢠Flächenkorrosion, bei der die Oberfläche gleichmäĂig beschädigt wird
⢠Muldenkorrosion, bei der die Oberfläche ungleichmäĂig stark beschädigt wird
⢠Lochkorrosion, die nur kleine Bereiche der Oberfläche zerstÜrt
⢠Spaltkorrosion, bei der die Werkstoffoberfläche in schmalen Spalten, z. B. in SchweiĂnähten, angegriffen wird
Um die chemischen Korrosionsprozesse zu verhindern, gibt es verschiedene Verfahren und Vorgehensweisen, die man allgemein als Korrosionsschutz bezeichnet. Im Folgenden wird auf den metallischen Korrosionsschutz näher eingegangen.
Es wird zwischen aktivemcite-ref-1[1] und passivem Korrosionsschutz unterschieden. In Anlehnung an den Begriff âkonstruktiver Holzschutzâ kann auch bei metallischen Werkstoffen durch geeignete Konstruktion ein gewisser Korrosionsschutz erreicht werden.
Passiver Korrosionsschutz
Passiver Korrosionsschutz umfasst alle MaĂnahmen, welche eine gegen korrosive Medien abschirmende Wirkung erzielen.
Konstruktiver Korrosionsschutz
MaĂnahmen wie Ăberdachungen, Spritzschutz und Gefälle zum Ablauf von FlĂźssigkeiten verringern den Kontakt zu korrosiv wirkenden Medien wie Wasser.
Korrosionsschutz durch Beschichtungen
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Hauptartikel
:
Korrosionsschutzmittel
Durch geeignete ĂberzĂźge wie Beschichtungen (Korrosionsschutzfarbe) kann ein Werkstoff gegenĂźber korrosiven Gasen und FlĂźssigkeiten nahezu isoliert werden. Bindemittel wie Kunstharze werden häufig mit Zusatzstoffen wie Eisenglimmer-Pigmenten angereichert, um die abschirmende Wirkung zu verbessern und die Beständigkeit zu erhĂśhen. Pigmente wie Zinkstaub, Zinkphosphat, Zinkchromat oder Bleimennige werden auch als aktive Pigmente bezeichnet, da sie zusätzlich eine chemische oder galvanische Rostschutzwirkung haben.
Als flĂźssig, pastĂśs oder pulverfĂśrmig aufgetragene Beschichtungsstoffecite-ref-2[2] werden Kunstharze wie EP oder PU, Kunststoffe wie PVC sowie Kunststofffolien, Ăle, Lack, Gummi oder Hartparaffine verwendet.
Anorganische oder metallische ĂberzĂźge kĂśnnen ebenso durch eine Passivierung gebildet werden oder durch Auftrag von Umwandlungsschichten mit eher nichtmetallischem Charakter oder Konversionsschichten wie bei der Phosphatierung, Chromatierung, Eloxierung, Harteloxierung sowie der Feuerverzinkungen, die ihrerseits wiederum eine schĂźtzende Passivierungsschicht ausbilden und darĂźber hinaus bei Beschädigung den Untergrund als Opferanode schĂźtzen.
GroĂe und lange Pipelines aus Stahl fĂźr den Wassertransport werden bevorzugt zum Korrosionsschutz mit einer Innenbeschichtung aus ZementmĂśrtel ausgekleidet. Durch die Zumischung geeigneter Kunststoffe kann die Korrosionsfestigkeit weiter verbessert werden.cite-ref-3[3] Die wesentlichen Vorteile dieser Art der Beschichtung sind:
⢠geringe Kosten
⢠Selbstheilung schmaler Risse, die bis zur Eisenoberfläche gehencite-ref-5[5]
Auch galvanotechnisch oder chemisch erzeugte, metallische Deckschichten aus Zinn, Gold, Nickel, Kupfer, Chrom, Zink oder Legierungsschichten wie Nickel-Phosphor (chemisch Nickel) oder Zink-Nickel bewirken einen Korrosionsschutz. Ebenfalls findet die Feuerverzinkung (ein Schmelztauchverfahren) breite Anwendung. Die Schutzwirkung basiert bei Metallschichten auf ihrer Eigenschaft, selbst nicht zu korrodieren (Edelmetalle) oder aber auf der Barrierewirkung durch Bildung einer dichten Oxidschicht auf der Oberfläche (sog. Passivschicht), die als Korrosionsschutz dient. Einige Metalle sind in der Lage, âvon selbstâ eine Deckschicht zu bilden, die den Grundwerkstoff schĂźtzt, wie die Patina auf Kupfer oder Zink.
Bei metallischen Schichten hängt die Schutzwirkung bei Schichtverletzungen von der Art der Schicht ab. Unedlere Schichten schĂźtzen das WerkstĂźck kathodisch und fungieren dabei als Opferanode â die Schicht lĂśst sich bevorzugt auf und erhält somit mĂśglichst lang die Funktion des Bauteils. Selbst kleinere Fehlstellen oder Schäden in der Schicht haben daher zunächst keine gravierenden Auswirkungen (sog. Fernwirkung). Ein klassisches Beispiel ist die Verzinkung von Stahl, aber auch der Schutz von Wasserbauwerken durch Anbringen von Opferanoden aus Zink-, Aluminium- oder Magnesium-Legierungen wie bei Schiffen, Schleusen, Spundwänden, Bootsteilen oder Schienen. Edlere Schichten als das Grundmaterial schĂźtzen dieses anodisch, haben aber den groĂen Nachteil, dass bei einer Beschädigung der Schicht der darunterliegende, unedlere Grundwerkstoff beschleunigt aufgelĂśst wird (Kontaktkorrosion).
Einen solchen Korrosionsschutz bietet WeiĂblech, bei dem Zinn als Beschichtungsmaterial verwendet wird, sodass auch Lebensmittel damit verpackt werden kĂśnnen. Allerdings entstehen nach einiger Zeit, wenn die Dose offen steht, Zinnionen, die toxisch beispielsweise auf Kresse wirken. Deshalb werden Dosen zusätzlich lackiert.
Bei Rostumwandlern wird der Korrosionsschutz dadurch erreicht, dass die ursprßnglichen, porÜsen Eisenoxide abgelÜst und die obere Eisenschicht weiter oxidiert wird zu einem Eisenoxid mit glatter Oberfläche, das eine Aufnahme von Wasser und somit Weiterrosten verhindert. Dafßr wird Phosphorsäure (Phosphatierung) oder auch Tannin gemischt mit Zusatzstoffen eingesetzt. Nach der Behandlung ist eine Versiegelung mit Polymer-Lacken ßblich, um einen dauerhafteren Schutz zu erreichen. Im Handel werden auch Produkte angeboten, die beide Funktionen verbinden.cite-ref-6[6]cite-ref-7[7]
Aktiver kathodischer Korrosionsschutz
Mit Fremdstrom
Kathodischer Korrosionsschutz â kurz KKS â kann durch das Anlegen einer Spannung an eine Fremdstrom-Anode erreicht werden. Bei ErdĂśl-, Gas-, Fernwärme- und Wasser-Pipelines werden in bestimmten Abständen Elektroden in einigen hundert Metern Abstand von der Leitung im Boden versenkt, die mit der Pipeline und dem Erdboden einen Stromkreis bilden. Dabei kann die Spannung (in der GrĂśĂenordnung von wenigen Volt) des aus Boden und metallischer Rohrleitung bestehenden galvanischen Elements ausgeglichen werden. Die erforderliche Gegenspannung hängt dabei auch von Wassergehalt und der Zusammensetzung des Bodens ab. Zur Abgrenzung einzelner KKS-Bereiche werden Isoliertrennstellen in die Leitung eingesetzt, die die Leitfähigkeit der Pipeline unterbrechen. Dies ermĂśglicht es, den Schutzstrom besser zu steuern und Fehler eingrenzen zu kĂśnnen.
Im BrĂźckenbau, besonders bei AutobahnbrĂźcken, wird der KKS mittels Fremdstromanode durchgefĂźhrt. Dazu wird ein Anodengitter aus beschichtetem Titan auf die zu schĂźtzende Oberfläche aufgebracht und mit Spritzbeton circa 2 cm bis 3 cm eingespritzt. Der Spritzbeton dient dabei als Elektrolyt. Der Strom wird Ăźber Gleichrichter in die Bewehrung eingeleitet und so der kathodische Schutz erreicht. Die MaĂnahme wird laufend mit einem automatischen Ăberwachungssystem ĂźberprĂźft.
Elektroden fĂźr den kathodischen Korrosionsschutz werden auch aus titanummanteltem Kupfer (englisch titanium clad copper) oder Silber-Silberchlorid eingesetzt.
Ohne Fremdstrom
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Hauptartikel
:
Opferanode
Aktiver Korrosionsschutz ohne Fremdstrom schĂźtzt vornehmlich Metalle, die oft in BerĂźhrung mit korrosiven Substanzen wie Wasser kommen. Als Anode dient ein unedlerer Stoff, der fĂźr das edlere Metall geopfert wird. Beim Korrosionsschutz mittels Opferanode werden je nach Anwendung Anoden aus unterschiedlichen Werkstoffen verwendet. Die Opferanode muss mit dem zu schĂźtzenden Metall leitfähig verbunden sein, um einen Schutz zu erreichen. Im resultierenden Stromkreis flieĂt ein Strom von wenigen Milliampere, der aus der Redoxreaktion der Oxidation dieser Opferanode gespeist wird.
Im Falle von Eisen und Magnesium läuft die Reaktion wie folgt ab:
Sobald Magnesium oder Eisen mit dem Wasser in Kontakt kommt, wird es zu Mg2+ bzw. Fe2+ oxidiert. Dabei entsteht entsprechend der elektrochemischen Spannungsreihe ein Potenzialunterschied zwischen dem Magnesium und dem Eisen von 1,9 V (Standardpotentiale bei 25 °C; 101,3 kPa; pH=0; Ionenaktivitäten=1). Da das Magnesium mit einem Potenzialunterschied zum Wasserstoff von â2,362 V ein wesentlich negativeres Potenzial als Eisen mit â0,41 V aufweist, wird Magnesium an der Anode oxidiert und das Eisen unter Elektronenaufnahme reduziert. Diese Reaktion läuft nur sehr langsam ab, kann aber durch veränderte Bedingungen beschleunigt werden. Die auf das Wasser treffenden Elektronen spalten dieses nun in H2 und 2OHâ auf. Das Eisen verändert sich nicht, da es die vom Magnesium abgegebenen Elektronen wieder aufnehmen kann. Das Magnesium hingegen lĂśst sich nach und nach auf und muss nach vollständigem Abbau erneuert werden.
Die Magnesiumanode wird bei kugelfĂśrmigen Behältern mittig positioniert, damit das Potenzial an allen Oberflächen des Behälters denselben Wert annimmt. Bei zylindrischen Behältern wird die Anode so angebracht, dass zum BehälterbĂśden in etwa der gleiche Abstand besteht wie zu den kreisrunden Behälterwänden. Die Anode ist also kĂźrzer als der Behälter tief ist. Vielfach wird die Anode zur Wandung des Behälters isoliert eingebaut, da sonst ein hĂśherer Schutzstrom an der Einbaustelle flieĂen wĂźrde, während der Ăźbrige Behälter weniger gut geschĂźtzt wĂźrde. Der Stromkreis wird dann Ăźber ein Kabel geschlossen, das auf der AuĂenseite des Behälters mit der Anode und der Behälterwandung verbunden ist. In das Kabel kann zudem ein Strommessgerät fĂźr Gleichstrom eingeschleift werden, das den flieĂenden Strom im Milliamperebereich misst und so die Funktionsfähigkeit der Anode anzeigt.
Um aus Stahl gefertigte Schiffe vor Korrosion durch das Meerwasser zu schĂźtzen, werden auĂen am Schiffsrumpf in regelmäĂigen Abständen Magnesiumanoden angebracht.
Eisen steht in der elektrochemischen Spannungsreihe positiver als Zink, d. h. Zink ist unedler als Eisen und stellt im galvanischen Element die Anode dar, und Eisen ist die Kathode. Eisen als edleres Metall ist daher so lange kathodisch geschĂźtzt, bis das Zink wegkorrodiert ist.
Zur Feststellung der Korrosionsfestigkeit von Beschichtungen werden genormte Umweltprßfungen durchgefßhrt. Hierbei werden zum Beispiel Oberflächen mit Ritzprßfgeräten leicht verletzt, und dann einem Salzsprßhnebel ausgesetzt.
Beispiel
Ein einfacher Versuch zum Korrosionsschutz:
1. Ein ungeschßtzter Eisennagel wird in angesäuertes Salzwasser gegeben. Nach einiger Zeit geht Eisen in LÜsung und korrodiert (soweit keine Opferanode vorhanden ist). Des Weiteren bildet sich Wasserstoff (H2) am Eisennagel.
2. Der Eisennagel wird mit dem unedleren Magnesium geschĂźtzt. Es kommt zur Bildung eines Lokalelements, indem Magnesium (Mg) als Anode wirkt und somit fĂźr das Eisen (Fe) opfert. Auch hier bildet sich Wasserstoff H2 an der Fe-Kathode. Der Grund hierfĂźr ist der Elektronenfluss (eâ) vom Mg zum Fe, da Mg unedler ist als Eisen und somit ein grĂśĂeres ReduktionsvermĂśgen besitzt.
3. Wird statt dem Magnesium das edlere Kupfer (Cu) verwendet, wirkt das Eisen als Anode und das Kupfer kann das Eisen nicht vor der Korrosion schßtzen. Das Eisen wird schneller oxidiert, als wenn kein Kupfer anwesend ist, denn der Elektronenfluss verläuft nun vom Fe zum Cu.
Siehe auch
Literatur
⢠Bernhard Wietek: KKS in der Brßckeninstandsetzung. Seminar KKS in Innsbruck 2000.
⢠Ulrich Bette, W. Vesper: Taschenbuch fßr den Kathodischen Korrosionsschutz. 7. Auflage. Vulkan, 2005, ISBN 3-8027-2932-3.
⢠R. P. Gieler, A. Dimmig-Osburg: Kunststoffe fßr den Bautenschutz und die Betoninstandsetzung. Birkhäuser Verlag, Berlin 2006, ISBN 3-7643-6345-2.
Weblinks
Commons
: Korrosionsschutz
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Einzelnachweise
cite-note-11. â Was ist aktiver Korrosionsschutz? Abgerufen am 30. März 2021.
cite-note-22. â DIN EN ISO 12 944 Teil 1
cite-note-33. â B. Heinrich, H. Hildebrand, M. Schulze, W. Schenk, in: 3R international. 17. Jg., Heft 7, Juli 1978, S. 455.
cite-note-44. â W. Schwenk, in: Zentralblatt fĂźr Industriebau. 26. Jg., Nr. 5, Sept.1980, S. 309.
cite-note-55. â W. Schwenk, in: Zentralblatt fĂźr Industriebau. 26. Jg., Nr. 5, Sept.1980, S. 308.
cite-note-66. â hammerite.de: Technisches Merkblatt Rostschutzfarbe, abgerufen am 15. April 2016.
cite-note-77. â motipdupli.com: Technisches Merkblatt Bob Rostversiegelung, abgerufen am 15. April 2016.